{"id":32,"date":"2025-11-01T20:16:05","date_gmt":"2025-11-01T20:16:05","guid":{"rendered":"https:\/\/wanderfreunde-damm.de\/wp\/?p=32"},"modified":"2025-11-01T21:55:55","modified_gmt":"2025-11-01T21:55:55","slug":"chronik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wanderfreunde-damm.de\/wp\/?p=32","title":{"rendered":"Chronik"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stellen wir uns vor, wir bef\u00e4nden uns im Jahr 1922. Deutschland hat vier Jahre zuvor den 1. Weltkrieg verloren. Reichsau\u00dfenminister Rathenau wird ermordet. Reichspr\u00e4sident Friedrich Ebert erkl\u00e4rt das Deutschlandlied zur Nationalhymne. In unserem Land beginnt der W\u00e4hrungszerfall und ein Arbeiter bekommt gerade noch einen Laib Brot f\u00fcr seinen Wochenlohn.<br>Im selben Jahr wird in Damm ein neuer Verein ins Leben gerufen. Die Freude am Wandern, die Liebe zur Natur und Heimat waren Anlass zur Gr\u00fcndung der Wandergruppe \u201eWanderfreunde 1922 Damm\u201c. Seit 1908 gab es in Damm schon einen anderen Wanderverein, doch diesem wollten sich die damals jungen Burschen Michael Debes, Heiner Gei\u00dfel, Anton Steinbacher, Karl Wernig, Josef Zenglein und Hans Zang nicht anschlie\u00dfen. So berieten sie im Sommer 1922 \u00fcber Gr\u00fcndung, Name und Satzung eines zweiten Wandervereins. Der Name war schnell gefunden und am 11. November 1922 wurde im Gasthaus Spatz in der Dammer Mittelstra\u00dfe der Verein \u201eWanderfreunde 1922\u201c ins Leben gerufen.<br>In der ausgearbeiteten Satzung waren auch Kuriosit\u00e4ten zu finden: so war das Rauchen auf Wanderungen verboten. Um die Vereinskasse aufzuf\u00fcllen, wurden Missachtungen mit Geldstrafen belegt. Es wurde auch auf einheitliche Kleidung, Ausdauer und geordnetes Marschieren geachtet. Der Beitrag betrug 1 Mark viertelj\u00e4hrlich, nicht viel, wenn man bedenkt, dass w\u00e4hrend dieses Inflationsjahres ein Glas Bier 60 Mark oder ein Ei 180 Mark kosteten.<br>Gr\u00f6\u00dfte Schwierigkeiten bereitete es, ein geeignetes Vereinslokal in Damm zu finden, da die Finanzkraft der jungen M\u00e4nner gering war. Nach langem Suchen schlie\u00dflich stellte der Paradieswirt, Herr Adam Gro\u00dfmann, in der Merlostra\u00dfe seinen Nebenraum zur Verf\u00fcgung. Dieses Gasthaus sollte \u00fcber Jahrzehnte die Heimat der Wanderfreunde bleiben. Damit waren die Geburtswehen \u00fcberstanden. Dem geregelten Vereinsleben stand nichts mehr im Wege. Nach kurzer Zeit war der Stand von 50 Mitgliedern erreicht. Bei regelm\u00e4\u00dfigen Treffen beriet man sich \u00fcber die n\u00e4chste Wanderung, die immer sonn- oder feiertags stattfand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahre 1924 wurde dann eine Wanderkapelle ins Leben gerufen,<br>die sowohl w\u00f6chentliche Treffen als auch Wanderungen musikalisch umrahmte. Bei Musikwettstreiten schnitt die Wanderkapelle hervorragend ab. Auch die Wanderer wurden bei Preiswanderungen mit Pokalen ausgezeichnet. Die Jury richtete bei Wanderungen vor allem ein Auge auf die Kleidung, die m\u00f6glichst einheitlich sein sollte, auf geordnetes Marschieren und die Ausdauer, die ein Wanderer brauchte.<br>1932 wurde anl\u00e4sslich des 10. Stiftungsfestes das Wanderdenkmal am Strietwald eingeweiht. Mit einem Vierergespann hatten die Vereinsmitglieder seinerzeit den 50 Zentner schweren Findling von der Waldabteilung \u201eHohe Linie\u201c an die Konradstra\u00dfe transportiert. 1933 fand in Damm das Spessartbundesfest statt, das die Touristengesellschaft 1908 ausrichtete. Dem Hauptvorstand des Spessartbundes fielen dabei die Dammer Wanderfreunde durch ihre einheitliche Kleidung (wei\u00dfes Hemd, kurze Lederhose und wei\u00dfe Wadenstr\u00fcmpfe) auf und es wurde unserem Verein der Beitritt zum Spessartbund empfohlen und auch vollzogen.<br>Doch dann kam der 2. Weltkrieg und ein gro\u00dfer Teil der Dammer Wanderer musste in den Krieg ziehen. Das Vereinsleben wurde fast v\u00f6llig lahmgelegt. Vorsitzender Lorenz Zilch lie\u00df jedoch die Verbindung zu den Wanderkameraden an der Front nicht abrei\u00dfen. So wurden in den Kriegsjahren \u00fcber 5.000 Briefe, Karten und Feldpostp\u00e4ckchen versandt. Nach Kriegsende beklagte der Verein 19 Gefallene und sieben Vermisste.<br>Von 1945 bis 1947 ruhte der Verein. Die Versammlung zur Neugr\u00fcndung im Jahr 1946 durfte mit besonderer Genehmigung der Milit\u00e4rregierung der amerikanischen Besatzung stattfinden. Am 4. Juni 1947 schrieb Dr. Fischer vom Kulturamt der Stadt Aschaffenburg und forderte den Verein zur Wiederzulassung auf. Alle Schriftst\u00fccke waren vierfach in Deutsch und dreifach in Englisch einzureichen, dazu mussten noch f\u00fcnf B\u00fcrgen und drei politisch unbelastete Personen benannt werden.<br>1947 konnte der Verein das 25-j\u00e4hrige Jubil\u00e4um feiern. Unter Josef Zenglein, Karl Wernig und Peter Wernig wurde in den 50er Jahren das Vereinsleben wieder richtig in Gang gebracht. Beim Jubil\u00e4ums-Festzug 1952 fuhr ein Gespann mit einer Nachbildung des Wanderdenkmals mit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab1960 entwickelte sich der Verein \u201eWanderfreunde 1922 Damm\u201c unter seinem Vorsitzenden Erhard Freund zu einer der gr\u00f6\u00dften Ortsgruppen im Spessartbund.<br>Einige H\u00f6hepunkte unter Erhard Freund waren das 40. Stiftungsfest im Jahr 1962 sowie zehn Jahre sp\u00e4ter das 50. Stiftungsfest verbunden mit dem Spessartbundesfest und die Errichtung der Toni-Welzbacher-Schutzh\u00fctte auf dem Strietwaldfestplatz. In der Gemarkung Strietelbach kauften die Wanderfreunde 1980 ein Grundst\u00fcck mit Wochenendhaus, welches in eine schmucke Wanderh\u00fctte umgebaut wurde und den Namen Erhard-FreundH\u00fctte erhielt.<br>1981 trat Erhard Freund aus Altersgr\u00fcnden zur\u00fcck und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Zum 1. Vorsitzenden wurde Anton Kilgenstein gew\u00e4hlt.<br>1982 fand die 60-j\u00e4hrige Gr\u00fcndungsfeier im Hof der Binding-Brauerei statt. Die Zahl der Mitglieder stieg stetig und so wurde die Erhard-Freund-H\u00fctte zu klein. Es musste ein Ausweg gesucht werden. Daher war ein Angebot der Stadt Aschaffenburg willkommen, ein Gel\u00e4nde in der verl\u00e4ngerten Konradstra\u00dfe am Strietwald zu erwerben.<br>1985 wurde mit dem Bau des Wanderheimes begonnen und schon 1986 im November eingeweiht. Leider hatte der 1. Vorsitzende Anton Kilgenstein nicht lange Freude an dem Wanderheim, denn er verstarb 1989 nach kurzer schwerer Krankheit. Als Nachfolger wurde G\u00fcnter Hein gew\u00e4hlt, der dieses Amt mehr als ein Vierteljahrhundert innehatte.<br>Viele Vereinstraditionen wurden \u00fcbernommen und f\u00f6rdernd weitergef\u00fchrt. Erinnert werden muss hier auch an die Gr\u00fcndung der Freizeitler-Gruppe im Jahre 1971, die ab 1982 von Georg Kurz \u00fcber 30 Jahre lang geleitet wurde.<br>Im September 1988 ereignete sich ein tragischer Unfall bei einer Wanderung, die von Bad Soden-Salm\u00fcnster nach Bad Orb geplant war. Beim Versuch, der entgegenkommenden Wandergruppe auszuweichen, geriet das Fahrzeug eines jungen Mannes auf die linke Fahrbahnseite, prallte gegen einen Leitpfosten und schleuderte dann mitten in die 37-k\u00f6pfige Gruppe. Dabei wurden zehn D\u00e4mmer verletzt, acht davon schwer. Bis ins Folgejahr hinein besch\u00e4ftigten sich Gerichte mit dem Vorfall. Schlie\u00dflich konnte zweifelsfrei festgestellt werden, dass ein Wanderverein kein \u201egeschlossener Verband\u201c ist, die Wanderer also entsprechend der Stra\u00dfenverkehrsordnung vorschriftsm\u00e4\u00dfig auf der linken Fahrbahnseite gelaufen sind. Der Spessartbund nahm diesen Unfall zum Anlass, auf einer Wanderwarte-Tagung \u00fcber das richtige Verhalten im Stra\u00dfenverkehr zu referieren. Auch auf den gr\u00fcnen Seiten des Spessartheftes (Ausgabe Nr. 1) vom Januar 1989, findet sich ein Hinweis dazu.<br>Im Jahr 1996 wurde das Fest \u201e10 Jahre Jugend- und Wanderheim\u201c gefeiert. 1997 beging unser Verein seine 75-Jahr-Feier in einem eigens errichteten Festzelt am Wanderheim.<br>Im Jahr 2001 verstarb unser Ehrenvorsitzender Erhard Freund, zu dem wir stets guten Kontakt gepflegt hatten. Ihm zur Ehre wurde am 5. Mai 2002 anl\u00e4sslich einer Gau-Sternwanderung der Tulpenbaum am Eingang des Waldfestplatzes gepflanzt. Landtagsabgeordneter Manfred Christ w\u00fcnschte in seiner Laudatio dem neu gepflanzten Baum, dass er ebenso fest verwurzelt in unserer Heimat sei, wie es dessen Namensgeber in unserer Region war. Die Auswahl dieser Baumart, die urspr\u00fcnglich keine heimische Sorte ist, geht auf die Experimente mit exotischen Baum-Gattungen von Studenten der ehemaligen Aschaffenburger Forsthochschule (1807 &#8211; 1910) zur\u00fcck. Diese stellen damals fest, dass der Strietwald als Standort f\u00fcr Baumarten wie z. B. Tulpenbaum, Douglasie, amerikanische Roteiche oder Weymouthkiefer gut geeignet war.<br>Am Samstag, dem 16. November 2002, feierten die Wanderfreunde bescheiden und ohne Pomp ihr 80. Jubil\u00e4um. Sonntags zuvor war bereits w\u00e4hrend eines durch aktive Wanderer mitgestalteten Gottesdienstes in der D\u00e4mmer Pfarrkirche Sankt Michael der Gr\u00fcndung des Vereines gedacht worden.<br>2003 beteiligte sich der Verein auf Initiative des stellvertretenden Wanderwartes Theo H. Lang an der Ausarbeitung des Europ\u00e4ischen Kulturweges \u201eAschaffenburg 1 &#8211; Tulpenbaum &amp; Co.\u201c Dieser Rundweg durch den Strietwald basiert auf dem \u201eWappes-Weg\u201c, der einst auf Anregung des ehemaligen Vorsitzenden des Spessartbundes, Josef Braun, entstand. Das Programm der Er\u00f6ffnungsfeier enthielt auch eine \u00f6kumenische Segnung durch Pfarrer Georg M\u00fcller und Pfarrer Charles Kelly sowie Frau Pfarrerin Viola W\u00f6lfle, bevor sich eine stattliche Gruppe zur Erstbegehung auf den Weg machte.<br>Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurden bei den beliebten Omnibuswanderfahrten weiter entfernte Sehensw\u00fcrdigkeiten angesteuert: Die Touren f\u00fchrten uns nach Heidelberg, in den Aischgrund oder nach Distelhausen, wo die Wanderfamilie die Brauerei besichtigte. Gro\u00dfen Anklang fanden auch die Mehr-Tages-Wanderfahrten, die von Wanderf\u00fchrer Theo H. Lang bestens geplant und organisiert wurden: So war Gelegenheit gemeinsam die Deutschen Wandertage zu besuchen: Schmalkalden (2000), Wunsiedel (2002), den Th\u00fcringer Saalebogen (2005) und die Eifel (2006). Weitere Ziele waren die Th\u00fcringische Rh\u00f6n und der s\u00fcdliche Schwarzwald.<br>2010 machte Ernst Brust eine schockierende Entdeckung: Unbekannte hatten die Bronzeplatte aus dem 78 Jahre alten Naturdenkmal am Eingang des Strietwaldes herausgebrochen und mitgenommen. Der materielle Wert der Bronzeplatte wird auf 500 Euro gesch\u00e4tzt. Von den T\u00e4tern fehlt bis heute jede Spur. Nat\u00fcrlich wollten wir wieder eine neue Gedenkplatte!<br>Die Instandsetzung des Wanderdenkmals musste jedoch zur\u00fcckgestellt werden, denn in den Jahren 2011 und 2012 galt es zun\u00e4chst, die Gastr\u00e4ume und die K\u00fcche unseres Wanderheimes neu zu gestalten und energetisch zu sanieren, wof\u00fcr unsere finanziellen R\u00fccklagen aufgel\u00f6st werden mussten.<br>Die Er\u00f6ffnung des Europ\u00e4ischen Kulturrundweges \u201eAschaffenburgs<br>Schrittmacher\u201c entlang der Aschaff im Oktober 2012 erlebte Initiator Theo H. Lang, damals unser stellvertretender Vorsitzender, leider nicht mehr, da er im Januar nach kurzer schwerer Krankheit verstorben war.<br>2010 haben wir den \u201eWanderfreunden\u201c eine \u201eVerj\u00fcngungskur\u201c verordnet: So war der Verein bei \u00f6ffentlichen Veranstaltungen wie dem Gesundheitstag des Stadtteils Damm mit einem Informations- und Aktionsstand vertreten, pr\u00e4sentierte sich im Jugendradio \u201eKlangbrett\u201c und ging mit einem Internetauftritt online.<br>Ende 2011 erhielten unsere Jugendleiter Ludwig Lang und Sascha Grassan durch die Aktion \u201eLet\u2019s go Wanderjugend\u201c hilfreiche Anregungen zum Aufbau einer Kinder- und Jugendgruppe. Durch die Delegation von Ludwig zu den Jugendversammlungen des Spessartbund sowie den Verb\u00e4nden auf Landes- und Bundesebene wurde unser Verein gut vernetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Wanderpl\u00e4ne enthalten ein vielseitiges Programm, das der Altersstruktur der Mitglieder Rechnung tr\u00e4gt. Statt mit dem eigenen Auto zu fahren, nutzen wir in den letzten Jahren vermehrt den \u00f6ffentlichen Nahverkehr. Mit Bahn oder Bus geht es zu den Ausgangspunkten der Touren. Oft schlie\u00dfen sich wanderfreudige G\u00e4ste der Gruppe an. Bewegung an der frischen Luft, abseits von gro\u00dfen Stra\u00dfen \u2013 dabei auch noch Spa\u00df haben und kleine Abenteuer erleben, das ist unser Ziel! Dabei kommen Jung und Alt miteinander ins Gespr\u00e4ch, Sehensw\u00fcrdigkeiten und Landschaften nah und fern werden vorgestellt.<br>2013 mussten wir unsere Satzung auf Anforderung des Finanzamtes an das geltende Vereinsrecht anpassen. Hitzige Diskussionen und stundenlange Gespr\u00e4che mit Rechtskundigen mussten gef\u00fchrt werden. Das Jahr war gepr\u00e4gt von den Veranstaltungen zum hundertj\u00e4hrigen Bestehen des Spessartbundes, dem wir 2013 seit 8 Jahrzehnten angeh\u00f6ren.<br>2014 bot unser Jugendwanderf\u00fchrer Ludwig Lang mit der Werbeaktion \u201eWanderfreunde for youth\u201c Geo-Caching-Touren und andere zeitgem\u00e4\u00dfe Wanderformen an.<br>Gisela Lang \u00fcbernahm die \u201eFreizeitler\u201c von Georg Kurz und f\u00fchrte den monatlichen \u201eStammtisch\u201c ein, der meist im Wanderheim, aber auch in anderen D\u00e4mmer Lokalen oder auf Festen stattfand. Auf Anregung von Norbert Kolb, dem Vorsitzenden der Touristengesellschaft 1908 Damm, f\u00fchrten wir gemeinsame Wanderungen ein. Bald stellte sich heraus, dass dies beiden Vereinen zu Gute kam: Die \u201eTouristen\u201c konnten die OmnibusFahrten gut auslasten &#8211; und auch bei unseren Weit-Wanderern beteiligten sich die Mitglieder beider Vereine.<br>Dank zahlreicher Spenden konnte 2015 endlich unser Herzensanliegen abgeschlossen werden: Steinmetz-Meistersch\u00fcler Bernd Popp gestaltete mit einem Kollegen die neue Schriftplatte f\u00fcr unser Wanderdenkmal. Am 12. September 2015 fand die \u00f6kumenische Segnungsfeier mit Pfarrerin Dr. Iris Kreile und Pfarrer Robert Stolzenberger statt. Die Wanderkapelle der Fidelio Schweinheim sorgte f\u00fcr die musikalische Umrahmung.<br>Im April 2016 erreichte uns die best\u00fcrzende Nachricht, dass Wanderf\u00fchrer Ernst Brust bei einer Wanderung durch Herzversagen aus dem Leben gerissen wurde. Bereits als Jugendlicher hatte er Verantwortung bei den D\u00e4mmer Wanderern \u00fcbernommen. Mit ihm verloren wir eine tragende St\u00fctze unseres Vereines, der sich au\u00dferdem liebevoll der Pflege unseres Wanderdenkmals gewidmet hat. \u00c4u\u00dferst dankbar waren wir daher Wanderf\u00fchrerin Maria Hofmann f\u00fcr ihre Bereitschaft, diese Aufgabe zu \u00fcbernehmen. Sie sagte auch zu, die von Ernst noch vorbereiteten Wanderungen zu f\u00fchren und unser Wander-Angebot mit eigenen Touren zu bereichern. Auf ihre Initiative hin loteten wir im Sommer in einer Fragebogen-Aktion die Interessen unserer Mitglieder f\u00fcr den neuen Wanderplan aus. Etwa ein Viertel der Fragebogen kam ausgef\u00fcllt zur\u00fcck.<br>Zum kleinen Jubil\u00e4umsjahr 2017 organisierten wir f\u00fcr Mai erstmals den D\u00e4mmer Benefiz-Lauf zugunsten des neuen D\u00e4mmer Vereins \u201eGESTA &#8211; Gesellschaftliche Teilhabe f\u00fcr Alle e.V.\u201c Zahlreiche D\u00e4mmer Unternehmen beteiligten sich mit Tombola-Sach-Spenden, auch einige Barspenden gingen ein, sodass wir insgesamt 350 EURO zugunsten der Jugendgruppe \u201eVIA\u201c \u00fcbergaben.<br>Aus Altersgr\u00fcnden war G\u00fcnter Hein bereits zu Beginn des Jubil\u00e4umsjahres als Vereinsvorsitzender zur\u00fcckgetreten. Trotz intensiver Gespr\u00e4che mit potenziellen Kandidaten f\u00fcr die Mitarbeit im Vorstand konnte im ersten Halbjahr noch niemand gewonnen werden. In der au\u00dferordentlichen Mitgliederversammlung erl\u00e4uterten Herbert Arnold und Frank Heininger vom Spessartbund Konzepte f\u00fcr die k\u00fcnftige Ausrichtung des Vorstands der Wanderfreunde.<br>Nach l\u00e4ngerer Diskussion \u00fcberzeugten die Wanderfreunde Regina<br>Lang, sich als 1. Vorsitzende bereit zu erkl\u00e4ren. Die offizielle 95-Jahr-Feier des Vereins fand im Dezember in Kombination mit Auszeichnungs- und adventlicher Feier statt. In dieser Versammlung wurde G\u00fcnter Hein zum Ehrenvorsitzenden ernannt.<br>Zu Beginn des Jahres 2020 h\u00e4uften sich Pressemeldungen zun\u00e4chst aus China und bald aus dem Raum M\u00fcnchen: Ein neuartiges Virus, das die oberen Atemwege bef\u00e4llt, soll grassieren. Anfang M\u00e4rz, bei der lehrreichen F\u00fchrung mit Frau Franke von den Hochspessartfreunden Frankfurt durch den Hauptfriedhof, ahnte noch keiner von uns, dass bereits eine Woche sp\u00e4ter das komplette \u00f6ffentliche Leben in Deutschland auf einen Schlag zum Erliegen kommen sollte. Auch wir Wanderfreunde sahen uns der Ausnahmesituation durch das Corona-Virus verpflichtet und mussten bis auf weiteres alle Veranstaltungen absagen.<br>Dennoch liefen die Kosten f\u00fcr unser Wanderheim weiter. Da dieses zu dieser Zeit unverpachtet war, initiierten wir eine Crowdfunding-Aktion zum Erhalt des Wanderheims. Dieses Projekt war sehr erfolgreich. Viele zus\u00e4tzliche Direkt-Spenden halfen dem Verein, die finanzielle Durststrecke zu \u00fcberwinden.<br>Ein positiver Nebeneffekt der \u00d6ffentlichkeitsarbeit war, dass wir Herrn Zsolt Petri, gelernter K\u00fcchenchef, als neuen P\u00e4chter f\u00fcr unsere Vereinsgastst\u00e4tte gewinnen konnten.<br>Im November 2020 legt das Corona-Virus das Gastst\u00e4tten- und Vereinsleben jedoch erneut lahm. Unsere Mitglieder werden \u00fcber regelm\u00e4\u00dfige Briefe auf dem Laufenden gehalten.<br>\u201eLos geht\u2019s\u2026\u201c erst wieder im Juni 2021 mit einer Wanderung in den Biergarten nach Wenigh\u00f6sbach, gef\u00fchrt von unserem Wanderwart Ludwig Lang. Endlich k\u00f6nnen wir auch wieder in unserem Wanderheim einkehren. Die Freude dar\u00fcber ist jedoch nur von kurzer Dauer. Anfang Dezember stellt unser P\u00e4chter fest, dass die st\u00e4ndig wechselnden Infektionsschutzvorschriften die G\u00e4ste verunsichern. Er sieht sich zur vor\u00fcbergehenden Schlie\u00dfung der Gastst\u00e4tte w\u00e4hrend der Wintermonate gezwungen.<br>Ab M\u00e4rz 2022 werden die virusbedingten Einschr\u00e4nkungen Schritt f\u00fcr Schritt gelockert. Bald ist klar: Wir k\u00f6nnen unser gro\u00dfes Jubil\u00e4um feiern &#8211; unsere Vorbereitungen, die bereits seit Monaten laufen, waren nicht umsonst. Seit zwei Jahren lohnt es sich auch wieder, einen Wanderplan zu erstellen.<br>Die erste l\u00e4ngere Wanderung f\u00fchrt uns wieder zu Frau Franke nach Frankfurt: \u201eGoethes Spuren\u201c locken auch zahlreiche Gastwanderer zur Teilnahme.<br>Nun haben wir die 100 Jahre seit Vereinsgr\u00fcndung Revue passieren lassen. Nicht immer waren es unbeschwerte Stunden! Doch die Freude am Wandern, die Liebe zur Natur und Heimat sind unser Vereinszweck geblieben. Dieses Verm\u00e4chtnis an die n\u00e4chsten Generationen weiterzugeben, soll uns eine Verpflichtung sein. Unserem Wanderverein w\u00fcnschen wir f\u00fcr seine Zukunft alles Gute, dass die Mitglieder weiterhin zusammenhalten und unsere Vorstandschaft \u2013 so gut es geht \u2013 unterst\u00fctzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stellen wir uns vor, wir bef\u00e4nden uns im Jahr 1922. Deutschland hat vier Jahre zuvor den 1. Weltkrieg verloren. 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